Erste Corona-Bilanz

Als Mitte März der Lockdown kam, wurden, wie bei vielen Vereinen, auch beim Alpenverein nahezu alle Aktivitäten auf Null heruntergefahren. Dazu gehörte auch die Absage der sehr beliebten Skihochtouren, die normalerweise von März bis April angeboten werden. Die Tourenleiter waren in dieser Zeit aber nicht ganz tatenlos und stellten für den Sommer ein abwechslungsreiches Tourenprogramm auf die Beine, welches zeitgleich mit den ersten Lockerungen Ende Mai an den Start gehen konnte. Umso größer war dann natürlich auch die Nachfrage. So hätte man, gemessen an den Interessenten, auf den Großvenediger gleich dreimal gehen müssen, um die Anzahl der Anfragen alle zu befriedigen. Es waren dann auch noch andere Klassiker auf dem Programm, wie z.B. die Ferrata auf die Alpspitze unter der Leitung von Toni Weilhammer oder die Zugspitze als Tagestour über das Höllental unter der Führung von Christian Ranke. Nach mehrmaligem Verschieben hatte man es sogar geschafft, im Juli die Jahreshauptversammlung beim Kastenwirt abzuhalten, natürlich unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienevorschriften. Auch die Kletterhalle unter dem Dach des Kiermeier-Hauses konnte unter der Auflage, dass maximal nur 2 Betreuer plus 5 Kletterer zur gleichen Zeit anwesend sein dürfen, wieder geöffnet werden. Da nach den Ferien die Corona-Infektionen wieder anstiegen, hat man sich allerdings schweren Herzens dazu entschlossen, die traditionelle Bergmesse an der Schneelahnerhütte im Brünnsteingebiet abzusagen, zumal viele aus dem Urlaub frisch zurück waren und der gesellige Teil der Veranstaltung schwer zu verantworten gewesen wäre. Nachdem man also den Sommer fast unbeschwert in den Bergen genießen konnte, bleibt abzuwarten, wie sich der Herbst und der Winter weiterentwickeln. Eine Hiobsbotschaft war auch schon wieder zu vermelden, als Tirol, das österreichische Bundesland, in dem der Verein das Meißner Haus bewirtschaftet, zum Risikogebiet erklärt wurde. Die Alperer sind in jedem Fall optimistisch und bereiten gerade ein neues Winterprogramm vor, welches dann Anfang November erscheinen wird. So viel sei schon mal verraten, dass wieder für alle Leistungs- und Könnerstufen ausgewählte Tourenschmankerl dabei sind und hoffentlich auch wie geplant durchgeführt werden können.

Foto: Vereinsmitglieder auf ihrer letzten Skitour im Juni 2020 im Aufstieg auf die 3738 m hohe Weißkugel in den Ötztaler Alpen (Marcus Rau jr.)