Ausbildungsstau beim Alpenverein

Viele haben sich vielleicht schon gefragt, wann die Alpenvereinssektion Ebersberg-Grafing ihr Winterprogramm herausbringt, zumal andere Sektionen noch im November mit großen Berichten und Fotos vertreten waren. In Anbetracht der damals rasant ansteigenden Corona-Infektionszahlen hatte man in weiser Voraussicht in der Vorstandschaft aber entschieden, das fertige Programm nicht an die Presse und nur in der Sektionszeitschrift und der neu gestalteten Homepage bekannt zu geben. Zum Opfer gefallen ist deshalb leider auch der jährlich auf dem Meißner Haus angebotene Lawinenkurs, der gerade in diesem Jahr sehr wichtig gewesen wäre, da sehr viele Pistenskifahrer pandemiebedingt auf Ski- und Schneeschuhtouren umgestiegen sind. Der zuletzt am Brauneck bei Lenggries passierte Lawinenunfall hat doch deutlich gezeigt, dass selbst Touren im Pistenbereich nur von ausgebildeten Personen unternommen werden sollten. Dabei ist nun nicht nur die Ausbildung der Tourengeher, sondern auch die Aus- und Weiterbildung der Tourenleiter ins Stocken geraten. Nachdem im letzten Frühjahr schon viele Ausbildungskurse abgesagt werden mussten, sind momentan auch wieder alle Kurse für die Leiter von Touren storniert worden. Da das Angebot an Kursen in den letzten Jahren den Bedarf eh kaum abdecken konnte, ist beim Alpenverein noch unklar, wie der Ausbildungsstau in der nächsten Zeit aufgelöst werden kann. Wie Ausbildungsleiter Marcus Rau berichtet, gibt es beim Alpenverein hier auch keine Ausnahmeregelungen, wenngleich es ihn schon verwundert hat, dass, wie in der Zeitung zu lesen war, in Österreich Skilehrerkurse mit internationaler Beteiligung während des Lockdowns stattfinden. Der Alpenverein wird in jedem Fall warten, bis wieder ohne Infektionsrisiko Kurse und Führungstouren durchgeführt werden können. Sicher ist sicher.

Foto: Michi Köck mit einem Lawinenkurs im Januar 2020 (Marcus Rau)